Samstag, 3. Februar 2018

Raumfüllend

Zeit für ein paar Außenarbeiten. Auf der Beifahrerseite füllen Diesel- und Abwassertank den Platz zwischen Vorder- und Hinterrad. Dagegen ist auf der Fahrerseite noch viel Raum für Ideen. Zwischen Starterbatterie und Hinterrad gibt es genug Platz für Zubehör.
In der Schlosserei haben wir Halterungen für Ersatzkanister und eine Staubox anfertigen lassen. Die Halterungen für 20 liter-Kanister gibt es günstig von Hünersdorff. Sie sind aus pulverbeschichtetem Stahl und lassen sich beliebig aneinanderreihen. Verschiedene Löcher in den Streben machen es einfach, eine passende Möglichkeit zum Verschrauben zu finden. Als Halterung am Fahrgestell sind 2 Flacheisen auf L-Profile geschweißt und das Ganze dann verzinkt worden.




In den verbliebenen Zwischenraum passt perfekt eine Staubox. Dort soll einmal die Ersatzkassette für die Toilette mit auf die Reise gehen. Wir haben uns für eine Kunststoff-Staubox von Daken entschieden. Robuste Qualität und in unterschiedlichen Formaten zu haben. Außerdem können sie variabel hochkant oder quer eingesetzt werden. 



Der Abwassertank sitzt perfekt

Endlich ist auch die Halterung für den Abwassertank fertig geworden. Zwischen Dieseltank und Fahrerhauskippvorrichtung war noch etwas Platz – genau passend für einen 80 Liter Abwassertank. Auf der letzten Reise haben wir gelernt, dass eine große Ablassöffnung viele Vorteile hat, gerade beim Anwassertank. Was sich so alles vor eine kleinen Ablassöffnung mit der Zeit ansammelt, ist nur schwer wieder zu beseitigen. Deshalb: große Öffnung, größer Spüleffekt. Die Amerikaner haben bei ihrem Hookup dicke Abwasserschläuche, durch die auch Essensreste und Haare problemlos in die Kanalisation gespült werden. Genau so eine ziert jetzt auch unseren Tank.


Außerdem war es uns wichtig, dass er Schieber gut erreichbar ist. So dürfte das wieder gut funktionieren, ohne immer komplett verdreckt zu werden. Bei unserem Pickup hatte ich auf der langen Reise den gleichen Schieber und ich kann das simple System nur empfehlen. 

Sonntag, 7. Januar 2018

Es wird wohnlich

Dieses Mal hatten wir uns entschlossen die Möbel nicht selbst zu bauen. Das spart uns eine Menge Zeit. Ein Schreiner ist uns dabei zur Hand gegangen und hat die Möbelteile vorgerichtet. Da die kompletten Teile nicht durch die Tür passen, wurden sie in der Werkstatt als komplette Zeile montiert und dann wieder zerlegt transportiert. Etwas Tüftelarbeit, aber es hat gut geklappt.
Vorgerichtet in der Werkstatt


Das hat den Vorteil, dass ich beim Stellen der einzelnen Wände diese besser an Leitungen und Heizungsschläuche anpassen kann. Durch unseren großen Kühlschrank wurde die Schranktiefe vorgegeben. Hier kommen wir deshalb auf eine Schubladentiefe von fast 70 Zentimeter. Auch wenn die Schubladen teilweise schmal sind, passt durch die Komplettauszüge doch eine ganze Menge hinein. Dieses Mal haben wir uns auch für einen schmalen Schrank mit Möglichkeit für Jacken einzuhängen entschieden. Das Verstauen der großen Jacken war immer nervig - so wird es einfacher werden. Und da wir das Heizungsrohr durch den Schrank geführt haben sind diese sogar vorgewärmt. Ja auch wir werden älter ;o)

Wanddurchbrüche anpasssen

Der erste Schrank steht
Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Sobald die ersten Schränke stehen, planen wir die nächsten. Dann erst haben wir ein Raumgefühl, nach dem wir das Volumen der nächsten Schränke bestimmen können. Bei den Verschlüssen sind wir wieder bei den Push-Locks geblieben. Für uns sind sie optimal, denn auf einen Blick ist erkennbar ,welcher Schrank noch offen ist.


140 Liter Kompressorkühlschrank


Große Schubladenauszüge mit 70 cm Tiefe


Das Bad nimmt jetzt auch Gestalt an. Wie bei unserer letzten Kabine soll nicht unnötiger Platz für eine große Dusche verschwendet werden. Wir haben in etwa die gleichen Abmessungen gewählt, mit denen wir in den 1 1/2 Jahren gut zurecht gekommen sind. Auf der Grundfläche ist genug Bewegungsfreiheit zum duschen und da Toilette oder Dusche nur wenige Minuten am Tag genutzt werden, ist uns der Platz für Schränke und Sitzbank wichtiger.

Das wird einmal Bad mit Dusche

Küchenaktivitäten

Über den Küchenblock haben wir uns viel Gedanken gemacht. Auf der letzten Reise hatten wir einen faltbaren Backofen von Coleman dabei und ihn viel genutzt. Diesmal wollte Brigitta einen separaten Ofen haben. Der aufgesetzte Klappofen ist immer grenzwertig gewesen, da die ganze Hitze sich in Richtung Fenster und Hängeschrank verteilte. Da wir unterwegs unser eigenes Brot backen, also den Ofen alle paar Tage in Betrieb haben, macht ein eingebautes Gerät Sinn. Entschieden haben wir uns für einen Thetford Triplex.
Thetford Triplex Herd/Ofen-Kombination

Die Kombination aus 3-Flammenherd und großem Backofen erscheint uns für den Reisealltag optimal. Die Brenner stammen aus dem Haushaltsbereich und der Ofen ist groß genug für eine Backform. Ein Vorteil hat das Gitter auf dem Herd. Es hat eine stabile Aufnahme, die nicht gleich beim ersten putzen zerbröselt und die Stäbe stehen so dicht zusammen, dass die kleine Espressokanne nicht zwischen durchfällt. 

Kleines Gitter, dass auch die Espressokanne trägt

Alltagstauglicher Backofen

Samstag, 30. Dezember 2017

Viel Technik im Untergrund

Bevor die ersten Möbel angeliefert werden, muss ich die Installation soweit verlegt haben.
Zuerst einmal sind die Tanks und die Pumpe dran. Mit dem UniQuick von Reich sind die Verbindungen schnell hergestellt. Das Verlegen der Leitungen ist einfach, über Knickstellen braucht man sich keine Gedanken machen. Mehr dazu, wenn die Armaturen eingebaut werden.





Schnell auf Wohlfühltemperatur

Als Heizungsanlage haben wir uns für eine Truma Warmluftheizung entschieden. Mit Truma sind wir seit über 30 Jahren immer gut gefahren. Seit wir die erste Warmluftheizung im VW-Bus einbauten, haben wir die schnelle Aufheizleistung ins Herz geschlossen. Wer erinnert sich noch an die kompakte 1800er? Auf unseren beiden Langzeitreisen hatten uns die gasbetriebenen Heizungen eigentlich nie im Stich gelassen. Die Kombination aus Boiler und Heizung hat für uns gut funktioniert und selbst bei tiefen Temperaturen auf über 3000m Höhe hat das gut geklappt. Ein gutes Argument ist die schnelle Aufheizung des Innenraums. Bei einer Wandstärke von 50mm muss die Heizung nur wenige Minuten laufen, bis angenehme Temperaturen hergestellt sind. Eingebaut ist eine Truma Combi 6  mit eingebautem 10 Liter Boiler.
Wir haben die Combi in verschiedenen Wohnmobilen ausgiebig getestet. Mit der Boost-Funktion lässt sich das Fahrzeug sehr schnell aufwärmen und Wasser sehr schnell aufheizen. Das CP-Plus Bedienteil ist sehr komfortabel, da haben unserer Meinung nach, die Techniker der Firma Truma gute Arbeit geleistet. OK – die haben ja auch schon Jahrzehnte lange Erfahrung gesammelt.
Als einziges zu beachten ist bei der Heizung, dass sie nicht direkt unter dem Bett verbaut werden sollte. Bevor die Heizung startet wird 20 Sekunden lang erst einmal der Brennraum gespült um diesen von Rückständen zu reinigen. Das verlängert zwar die Lebensdauer der Heizung, ist aber als leises Geräusch zu hören. Wer einen leichten Schlaf hat und mit dem Ohr über der Heizung liegt, wird davon aufwachen. Ist uns schon in einem Fahrzeug mal passiert, deshalb haben wir als Einbauort die Sitzbank gewählt. Da ist im Bett von dem Startgeräusch nichts zu hören.





Die Heizung verbraucht trotz hoher Wärmeleistung sehr wenig Gas. Mit vier Warmluftauslässen kann ich die warme Luft gut im Fahrzeug verteilen und genau an die Stellen bringen, an die wir sie brauchen. Und weil es eine tolle Idee, ist haben wir als zusätzliche Steuerung gleich noch die iNet-Box eingebaut. Mehr dazu später.

Strom an die gewünschte Stelle

Jetzt geht es ans Strippenziehen. Im Fahrzeug wird es einiges an Stromverbraucher geben. 12Volt und 230V muss also verlegt werden. Die Batterien werden unter der Sitzbank ihren Platz finden. Da 230V und 12V nicht parallel verlegt werden sollen, kommen die Kabel in einen Kabelkanal. Von der Außensteckdose kommt 230V direkt an Steckdosen am Küchenblock und an der Sitzbank. Unser Kühlschrank kann auf 12V oder 230V laufen. Und damit wir unabhängig von Landstrom sind, gibt es einen Wechselrichter, dessen Kabel parallel extra Steckdosen versorgt. Dann gibt es noch Lampen, Radio, Wasserpumpe, Heizung … also eine Menge Kabel.


Da wir auf unseren Reisen viel Erfahrung mit billigen und hochwertigem Elektrokomponenten gemacht haben, setzen wir bei diesem Fahrzeug ausschließlich auf hochwertiges Zubehör. Das tagelange Suchen nach einem Fehler im System, Verbraucher, die mehr verbrauchen, als das sie leisten usw. – es gibt viele andere Sachen, mit denen wir unsere Zeit verbringen wollen unterwegs. Büttner Elektronik hat sich spezialisiert auf elektronische Komponenten, die speziell für Reisefahrzeuge konzipiert wurden. Die Mannschaft in der Firma weiß, worüber sie reden und die Elektronik ist ausgereift. Die Teile sind etwas Teurer als billige Ware aus Fernost, dafür ist alles aufeinander abgestimmt – und funktioniert einfach zuverlässig. Die Basis sind zwei 120AH AGM-Batterien, um die sich die ganze Elektronik gruppiert.




Geladen werden die Batterien über ein Schnellladegerät, das mit Temperatursensor und genau abgestimmter Ladestrategie die AGM-Batterien auch wirklich voll machen. Zusätzlich ist ein Batteriebooster verbaut. Dieses Gerät finde ich, ist die ideale Zusatzelektronik in Wohnmobilen. Der Batteriebooster wird an die Lichtmaschine angeschlossen und lädt während der Fahrt die Bordbatterien. Was an dem Gerät klasse ist, einmal einfach erklärt: Normalerweise regelt die Lichtmaschine den Ladestrom runter, wenn die Starterbatterie voll ist. Dann kommt nur noch wenig Strom bei den Bordbatterien an. Der Booster "simuliert" einen hohen Stromverbraucher, die Lichtmaschine lädt also weiter mit hoher Leistung, bis die Bordbatterien vollständig geladen sind und der Batteriebooster das der Lichtmaschine signalisiert. Der Büttner Elektronik Booster kann mit dem 24V System des Fahrgestells und den 12V der Bordbatterien zusammenarbeiten. Klasse ist ein Detail der Elektronik. Über ein Sensorkabel erkennt der Booster, wenn zu viele Verbraucher am Fahrgestell (Scheinwerfer, Radio, Gebläse usw.) in Betrieb sind und die Lichtmaschine ausgelastet ist. Dann wird der Ladestrom für die Bordbatterie reduziert. Ein Temperatursensor passt die Ladestrategie des Boosters an die Temperatur der Batterien an. Mit dem Booster sind die Batterien während des Fahrbetriebs viel schneller und auch vollständig geladen. Viel besser als wenn nur die Lichtmaschine Strom liefert.



Ein absolutes High-Light ist der Batteriecomputer von Büttner Elektronik. In unserem letzten Fahrzeug hatten wir einer der ersten dieses Typs verbaut und waren absolut begeistert von dem Teil. Alles was an Strom reinkommt (Stromanschluss, Lichtmaschine, Solar usw.) und alles was an Strom verbraucht wird, wertet der Computer aus und zeigt an wieviel Kapazität noch vorhanden ist und wie lang der Strom beim momentanen Verbrauch noch hält.

Messshunt für den Batteriecomputer


Dazu laufen alle Massekabel der Verbraucher und Stromlieferanten über einen Messshunt.
Der Übersichtlichkeit halber haben wir uns bei den Anzeigen für das neue Kontrollpanel mit integriertem Batteriecomputer entschieden. Darauf sind Hauptschalter, extra Schalter für die Wasserpumpe, Füllstand Frischwasser/Abwasser und auch gleich noch Außen- und Innentemperatur ablesbar.



Ein Spannungswächter ist in die Plusleitung zur Bordbatterie integriert und schützt diese vor schädlicher Über- oder Unterspannung. Tritt eine für die Batterie nicht sachgemäße Spannung auf, trennt der Spannungswächter die angeschlossenen Verbraucher ab und schützt Batterie und angeschlossene Verbraucher gleichermaßen. Werden die programmierten Schaltschwellen wieder erreicht, werden die Verbraucher automatisch wieder zugeschaltet. Da bei Büttner alles zusammenpasst gibt es an dem Wächter einen Schaltausgang, der mit dem Kontrollpanel verbunden wird. Damit lassen sich alle Verbraucher, die am Spannungswächter angeschlossen sind auf einen Knopfdruck stromlos machen. Heizung und Kompressorkühlschrank sollten natürlich
nicht über den Wächter angeschlossen sein!

Spannungswächter

Der Spannungswächte lässt sich gleich noch als
zentrale Stromschaltung einsetzen

Die Tanksonden sind ebenfalls von Büttner Elektronik. Gut gelöst bei diesen Sonden finde ich, dass sie von oben in den Tank eingeschraubt werden. Bei den letzten Fahrzeugen habe ich lauter Löcher in die Seitenwand der Tanks bohren müssen, um auf den verschiedenen Niveaus Sensoren zu setzen. Wenn mit zunehmendem Alter des Fahrzeugs der Dichtungsgummi der Sonde porös wird, kann dann auch mal Wasser fließen. Sitzt der Geber von oben im Tank ist das eher unwahrscheinlich.

Was mir bei Büttner Elektronik aufgefallen ist, ist dass alles extra abgesichert wird. So viele Sicherungen habe ich noch in keinem Fahrzeug verbaut. Naja – bei den hohen Strömen, die fließen, macht das einfach Sinn.

Verbraucherabsicherung

Absicherung Solarregler, Sapnnungswächter, Automaticlader,
Wasserpumpe etc.

Masseverteile und Absicherung Ladebooster


Damit nicht endlos Kabel durch Paula zu ziehen sind, habe ich für die Massekabel an zentralen Stellen Schraubklemmleisten installiert. Ein 6 qmm Fahrzeugkabel verläuft bis in die letzte Ecke. Für Abzweigungen habe ich WAGO-Klemmen eingesetzt. Diese Klemmen sind einfach klasse, funktionieren perfekt und sind ihr Geld wert.

Volle Kühlung

Noch ein Produkt, dass viel Strom verbraucht ist unser Kompressorkühlschrank. So einen hatten wir schon auf unserer langen Reise durch Nordamerika an Bord und waren von der Kühlleistung auch unter extremen Temperaturen und Schräglage überrascht. Selbst bei Wüstentemperaturen lassen sich Steaks einfrieren und bleiben auch gefroren. Die modernen CRX-Kühlschränke gehen sehr effizient mit dem Strom um, arbeiten sehr leise und haben einen gut durchdachten Kühlraum. Da passen auch mal große Portionen rein, wie sie in den amerikanischen Supermärkten normalerweise angeboten werden. In Paula sorgt ein CRX 140 für Kühlung und weil wir den Innenraum so gestalten, wie er am Besten für uns ist, ist er auf Arbeitshöhe eingebaut. Ein kleiner Papst-Lüfter aus einem alten Computer mit extra Schalter transportiert ,wenn es sein muss, die Abwärme schneller weg. Ein weiterer Vorteil der Kompressorkühlschränke ist, dass sie keine Zu- und Abluftgitter nach draußen brauchen. Wer einmal erlebt hat wie viel Staub durch diese Gitter ins Fahrzeug gelangen können, versteht das. Ach ja Kabel – Da der Kühlschrank ein paar Meter von der Batterie entfernt ist, hat er ein 10 qmm dickes Kabel bekommen. Je weniger Widerstand desto besser.


Sonntag, 22. Oktober 2017

Fußboden, Wasser, Heizung …

Das schöne warme Wetter kommt mir beim Ausbau jetzt zu Gute. Seit dem letzten Blogeintrag hat sich wieder viel getan. Nachdem die Wände zufriedenstellend gestrichen waren, musste als nächster Schritt der Boden verlegt werden. Wir haben uns im Fachhandel beraten lassen und uns dann für Bahnenware von WERKHAUS entschieden. Der hochwertige Vinylboden ist für Ladengeschäfte geeignet und dementsprechend belastbar. Er ist angenehm auch barfuß und verzeiht sich nicht bei hohen Temperaturunterschieden. Außerdem macht er auch optisch eine gute Figur. Der Boden wurde vollflächig verklebt und an den angesetzten Stellen an der Seite Kaltverschweißt. Das sollte eventuell auftretende Feuchtigkeit vom Unterboden fernhalten.


Im nächsten Schritt musste der Bettrahmen installiert werden. Ich habe bei Eisenwarenhandel passende Aluprofile schneiden lassen und zu einem durchgängigen Rahmen zusammengenietet. Darauf kommt später eine Sperrholzplatte, die durch die angrenzenden Schränke stabilisiert wird.

Der Tisch liegt schon mal im zukünftigen Stauraum

Arbeiten im Untergrund

Jetzt geht es ans eingemachte. Unter der Sitzgruppe sind zwei 150 Liter Wassertanks untergebracht. Die beiden flachen Tanks habe ich aus dem Bootszubehör über ebay gekauft.Für die Anschlüsse habe ich mich aus der Erfahrung von 30 Jahren und 9 Fahrzeugen dieses Mal für das UNIQUICK Rohrsystem der Firma Reich entschieden.

Sieht kompliziert aus, ist aber ganz einfach zusammenzustecken.
Ein geniales System aus 10mm Rohrleitungen, Verbindern und anderen Komponenten, die über selbst abdichtende Fittings zusammengesteckt werden. Das Rohrsystem erlaubt einen durchgängigen Rohrdurchmesser auch an den Verbindungsstellen. Während beim Schlauchsystem an jedem Abzweig der Durchfluss behindert wird, steht dem kontinuierlichen Wasserfluss hier nichts im Wege. Außerdem lassen sich die Verbindungen jederzeit wieder trennen und sind nach dem Zusammenstecken auch wieder 100% dicht. Das System hat mich überzeugt. Übrigens arbeiten viele Aufbauhersteller bei den Neufahrzeugen mit dem System, weil es später keine Probleme mit Dichtigkeit gibt und das System sich auch superschnell und einfach verlegen lässt. Mehr dazu später.


Für jede Situation das passende Fitting

Als Wasserpumpe ist eine Lilie Softsensorpumpe im System integriert. Die leistungsstarken Pumpen haben uns auf unseren Langzeitreisen noch nie im Stich gelassen. Gleich dahinter sitzt eine Inline Filteranlage. Die Filteranlage wurde von Lilie speziell für den mobilen Einsatz entwickelt. Der Durchfluss erfolgt durch die Gesamtlänge des Filterbetts, daher höchstmögliche Molekularsiebung und Breitbandabsorbtion mit einer Rückhaltekonstanten von 0,5 µm. Keimschutz für 15.000 Liter bei konstant 30 Litern/min, 200.000 m² Filterfläche. Das Interessante an diesem Filter ist, dass die Filterung kaum auf die Druchflussmenge Auswirkungen hat und so alles Wasser, das entnommen wird gefiltert ist. Außerdem lässt sich der Filter über das intelligente Absperrventil ganz einfach entnehmen und wechseln, ohne dass zusätzliche Absperrhähne eingebaut werden müssen.


Zwei Frischwassertanks – 300 Liter

Warum eigentlich zwei Tanks. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir nicht immer volle Frischwassertanks brauchen. Unterwegs gibt es genug Plätze, an denen Wasser nachgetankt werden kann. Mit 150 Litern kommen wir mit duschen etc. bis zu 4 Tage aus. Wenn trinkbares Wasser knapp ist, dann machen wir die 300 Liter voll. Ansonsten bleibt der zweite Tank über ein Absperrventil vom System getrennt. Die Toilette hat übrigens einen eigenen Spülwassertank. Ich finde es unsinnig eine Toilette bei knappen Trinkwasserresourcen mit Wasser aus dem Frischwassertank zu spülen. Auf unserer letzten 1 1/2 jährigen Reise hatten wir die manuelle Version der Thetford Kassettentoilette eingebaut und haben auch mal Wasser aus eine Pfütze oder einem Bach als Spülwasser eingefüllt.



Montag, 18. September 2017

Ein großer leerer Raum

Zuerst einmal möchte ich etwas über unsere Erfahrungen mit Der Fehntjer schreiben. Während wir in Australien waren, wurden die letzten Arbeiten am Umbau fertiggestellt. Auch wenn die Kommunikation und Dokumentation während der Umbauphase mit etwas dürftig war – das Resultat kann sich sehen lassen. Wir haben nicht nur die Kabine mit Zwischenrahmen von der Firma machen lassen, sondern gleich noch eine ausziehbare Treppe und den Durchgang zum Fahrerhaus mitbestellt. So sieht das ganze jetzt aus:



Hintere Lagerung

Eingefahrene Treppe und Noteinstieg





Der Fehntjer bietet unterschiedliche Varianten für den Kabinenaufbau. Wir haben uns für die Offroad-Variante entschieden. Der Wandaufbau besteht aus Glasfaserverstärktem GFK, dann geschlossenzelliger Schuam und innen Pappelsperrholz. Die Ecken sind gegen ungewollte Kollisionen mit Ästen durch Hartholzeinleger verstärkt. In unserer letzten Kabine hatten wir außen und innen GFK. Das thermisch getrennte Pappelsperrholz im Innenraum macht für uns Sinn. Wir leben zu Hause in einem Holzhaus und sind auch nach vielen Jahren von dem natürlichen Material immer noch begeistert. Wenn wir die Oberfläche nicht vollkommen versiegeln, kann das Material noch atmen, was für das Raumklima wohltuend ist. Der Fehntjer bietet unterschiedliche Ausführungen für die Kanten des Koffers. Wir haben die runde Form genommen, die ab Werk gleich noch an den Eckpunkten aufgedoppelt wird.


Trotz dem kurzen Radstand passt die Kabine mit 4,5 Metern optisch ganz gut zum Fahrgestell. Jetzt stehen knapp 10 qm bereit von uns mit Inhalt gefüllt zu werden. Überzeugend gelöst ist übrigens der Durchgang zum Fahrerhaus. Ich habe mir im Vorfeld unzählige Variationen im Netz angeschaut. Viele Bastler haben sich über eine funktionale Lösung schon den Kopf zerbrochen, mit mehr oder weniger duerhaft haltbarem Erfolg. Die Umsetzung von Herrn Wallschlag ist einfach perfekt und das Geld wirklich wert. Der Faltenbalg lässt sich mit vier Schnappverschlüssen vom Fahrerhaus lösen. In der Verschränkung gibt er der Kabine genug Raum für eine Seitwärtsbewegung, wie ich bei einem Test an einer Schräge sehen konnte. Wenn Paula wieder angemeldet ist mach ich hier mal ein paar Bilder dazu. Die Kabine sitz auf einem an vier Punkten gelagertem Zwischenrahmen. Der Abstand sieht momentan noch sehr hoch aus, ist aber auch der ausziehbaren Treppe geschuldet, die im Zwischenrahmen einen Platz finden musste. Die Zwischenräume werden sich wohl mit der Zeit noch mit Zubehör füllen. Jetzt geht es aber erst einmal an den Ausbau.

Damit wir eine Vorstellung von den räumlichen Gegebenheiten bekommen habe ich mit Klebeband die Umrisse auf den Boden geklebt. Naja – viel Bewegungsraum wird nicht bleiben, deshalb werden wir uns mit möglichst hellen Materialien an den Ausbau machen - und vielleicht doch ein paar Fenster einbauen :o)






Die schwierige Materialsuche

Wir haben lange nach dem passenden Möbelbauplatten gesucht. Bei Reimo gibt es HPL-beschichtetes Pappelsperrholz, mit dem wir schon einige Fahrzeuge gebaut haben. Wir sind extra mal nach Egelsbach gefahren und haben uns vor Ort die aktuellen Dekore angeschaut. Wir wollen auf jeden Fall eine helle Farbe, aber mit dem hochglanz Weiß, dass es als einzige helle Variante gibt, können wir uns nicht so ganz anfreunden. Also weitersuchen im Netz nach leichtem Sperrholz in 15 mm Dicke, damit das ganze Zubehör aus dem Ausbausortiment passt. Demnächst mehr darüber. Jetzt müssen aber erst einmal die Wände und Decke gestrichen werden. Mit dem Farbengeschäft in Achern stehen wir im regen Austausch. Der erste Versuch mit einer lasierenden Wachsfarbe scheitert leider an den ausgetretenen Kleberesten an den Stoßkanten der Sperrholzplatten. Das Holzmaserung war durch die Lasur sichtbar und gab dem Ganzen einen schönen Charakter. Aber die Klebereste blieben sichtbar - und das sieht gar nicht gut aus. Also doch deckend streichen.



Farbe aufrollen – trocknen lassen - Zwischenschliff und dann noch mal Streichen. Der Endergebnis überzeugt uns. Ein homogener heller Farbton. Trotzdem ist das Holz beim anlehnen angenehm warm. Das ist etwas, was wir an dem GFK von Sam vermisst haben. Der nächste Schritt ist den passenden Bodenbelag zu finden.