Donnerstag, 11. Mai 2017

Schnell mal die paar Schrauben rausdrehen

Jetzt muss erst einmal die Pritsche runter. Die Idee an einem Nachmittag mal eben die paar Schrauben raus zu drehen, hat mich ziemlich viel Nerven und ein Stück von meinem Ohr gekostet. Versucht die festgerostete Schraube zu lösen – abgerutscht – Kopf an einer Querstrebe angehauen und an der Kante mit dem Ohr hängen geblieben! Blutet wie Sau kann ich Euch sagen. Stück für Stück geben die Schrauben aber nach. Was sich nicht rausdrehen lässt, bekommt eine Sonderbehandlung mit der Flex. Nachgezählt ist die Pritsche mit über 50 Schrauben am Rahmen befestigt. Nachträglich angebaute Teile, machen den Rückbau auch nicht gerade einfacher.



Geschafft. Mit dem 2 Tonnen Wagenheber lässt sich die komplette Pritsche anheben. Hilfreich ist es auch einen Bekannten mit Abschleppwagen zu haben. Er schaut sich das kurz an, hebt dann mit dem Kran die Pritsche einfach ab und transportiert sie gleich weiter zum Schrotthändler. Vielen Dank auch für die spontane Aktion bei strömendem Regen (deshalb leider keine Bilder). Jetzt liegt das ganze Fahrgestellt frei und kann fertig entrostet werden. Zuerst mussten mal alle Schläuche und Kabel soweit wie möglich gelöst werden. Nach vielen Stunden mit dem Nadelentroster und Drahtbürstenaufsatz auf der Flex, kann ich die erste Lage hellgraue Grundierung in zwei Arbeitsgängen aufspritzen.






Sieht doch schon mal ganz ordentlich aus. Im nächsten Arbeitsgang wird schwarze Grundierung gespritzt. Damit sehe ich, ob alle Stellen ordentlich überlackiert sind.













Und weil gerade alle Stellen so gut zugänglich sind, hat Paula gleich noch neue Stoßdämpfer bekommen. Soweit so gut – der Termin zur Überführung zum Aufbauhersteller rückt langsam näher. Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, dann kann es losgehen!

Samstag, 4. März 2017

Im Untergrund

Nach den richtig kalten Monaten geht es jetzt endlich weiter. Die Achsen sind soweit mal fertig. Der Rost ging prima weg und es sieht schon richtig gut aus.

Thomas Grossmann hat in seiner Schlosserei mit einer 300 t Presse die Stoßstange wieder gerade gedrückt. Danke für die gute Arbeit! Geschliffen, grundiert und lackiert sieht sie jetzt fast wieder aus wie neu. 




Das nächste Projekt waren die Schuhe von Paula. Ich habe mich auf die Suche nach Reifen gemacht, die weltweit erhältlich sind. Viele Leute, die unterwegs Erfahrungen mit ganz unterschiedlicher Bereifung gesammelt haben, gaben mir dabei Hilfestellung. 
Ein langes Gespräch mit meinem Reifenhändler hat mir schnell gezeigt, dass die mit dem Fahrzeug gekauften 365/80 R 20 Reifen, was exotisches sind und nur wenige Reifentypen zur Auswahl stehen. Im Ausland wird es noch schwieriger. Ganz anders sieht es mit 385/65 R22.5 aus. Ein Telefonat mit den freundlichen Mitarbeitern von MAN und schon habe ich Bestätigung für die Freigabe der Reifengröße für unser Auto (die schriftliche Freigabe kostet dann mal eben noch100 Euro). Bei Fabian Heidtmann gab es die passenden 8-Loch-Felgen mit einer Einpresstiefe von 110 zu einem fairen Preis. 
Da wir, unseren Reise-Erfahrungen nach, die meiste Zeit auf Straßen bzw Pisten unterwegs sein werden, reicht uns ein komfortables Baustellenprofil. Und wieder geht es ins Netz, Reifenhersteller und Profile mit weltweiter Verfügbarkeit vergleichen. Letztendlich lande ich beim Hankook AM 15, der eine Freigabe für Allradfahrzeuge hat und sowohl in Nord-/Südamerika genauso auch in Australien zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu bekommen ist. Damit reicht uns ein Ersatzrad. So sieht das Ganze jetzt aus. 



Beim Reifenkauf ist mir was ganz interessantes aufgefallen. Ich habe die Reifen im LKW Reifenshop bestellt. Mit unterschiedlichen Browsern gibt es unterschiedliche Preise. Ebenso, wenn man sich mit seinem Account anmeldet. Einen günstigeren Preis gibt es auch für Neukunden, die über eine Suchmaschine kommen. Merkwürdig, wie manche Algorithmen programmiert sind. So – Paula hat jetzt neue Schuhe, die mit Marken wie Gucci, Doce & Gabbana problemlos mithalten können – preislich auf jeden Fall. 

Bei TÜV war ich auch schon, habe alles eintragen lassen und gleich noch Paula auf 7,49 Tonnen abgelastet. Somit entfällt die Sicherheitsprüfung und die Mautgebühren auf der Autobahn. Auf gehts zum nächsten Projekt.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Erst mal schauen, was unter dem Rost steckt

Ein guter Tipp bei fest sitzendem Rost – Druckluftnadler. Ich hatte noch nie von so einem Gerät gehört, aber nach dem ersten Einsatz der Drahtbürste auf dem Winkelschleifer war klar, dass es so nichts wird. Also bei ebay einen Druckluftnadler bestellt, an den Kompressor mit 6 bar Druck gehängt und los gehts. 
Also was das Ding leistet ist verblüffend. Rost und Lack fliegt einfach weg. Wenn die Rostschicht dicker ist fängt der Nadler an zu graben. Fast wie bei den Archäologen legt er Schicht um Schicht frei - bis aufs blanke Metall. Die erste Lektion, die ich bei der Arbeit mit dem Nadler gelernt habe war, immer einen geschlossenen Gesichtsschutz zu tragen. Ein Roststück ist an meiner offenen Schutzbrille vorbei ins Auge geflogen, hat sich dort festgesetzt und musste vom Augenarzt entfernt werden. Ach ja - und auf jeden Fall einen Gehörschutz aufsetzen. Warum? Seht selbst:




Und so sieht es hinterher aus, fertig zum Lackieren mit einer speziellen Rostschutzfarbe von Timemax




Die schließt die Oberfläche luftdicht ab, damit es darunter nicht munter weiter rostet. Mit einer Dose habe ich beide Achsen drei Mal gestrichen. Ist also ziemlich ergiebig.


Aller Anfang ist schwer - 10 Tonnen schwer

Nach den Erfahrungen auf unserer 1 1/2 jährigen Reise mit unserem Nissan MD21 mit Ormocar-Kabine war uns klar: das nächste Fahrzeug hat mehr Zuladungsreserven. Für die nächste Langzeitreise wollen wir auf einen LKW bauen. Über ein Jahr habe ich nach einem passenden Fahrgestell gesucht. Habe geschwankt zwischen Mercedes, MAN und Steyr. Kreuz und quer ging es durch die Republik, bis ich in Berlin fündig wurde. Ein MAN 10.220 stand zum Verkauf. Jahrelang im Einsatz als Zugfahrzeug für einen Anhänger, beladen mit einem Bohrgerät für Erdwärmebohrung.

Der kurze Radstand hat uns zuerst einmal zu denken gegeben, aber eine Radstandsverlängerung ist ja eventuell möglich. Das Fahrgestell hatte nicht unbedingt die richtige Pflege erhalten und über die Jahre ordentlich Rost angesetzt. Dafür hat er aber gerade einmal 100000 km runter. Der Motor sprang sofort an, obwohl das Fahrzeug schon ein paar Wochen rumstand und lief ruhig. Alle Gänge lassen sich sauber durchschalten und bis auf ein paar Schmutzstreifen ist das Fahrerhaus sauber. Interessant ist auch, dass ein geregelter Kat nachgerüstet wurde und auf der Windschutzscheibe eine grüne Plakette prangt!
Also dann: Paula ging in unseren Besitz über.